Brandstifter wieder auf freiem Fuß

Immer wieder brannten in dem Kiez rund um die Maxie-Wander-Straße Fahrzeuge. Nach langen und intensiven Ermittlungen gelang es der Polizei einen Tatverdächtigen zu ermitteln. Das Gericht verurteilte den 47-Jährigen zu einer Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

In der Schneeberger Straße brannte im vergangenem Jahr ein Renault.|Foto: DLB

In den vergangenen Jahren brannte es oft in dem Kiez rund um die Maxie-Wander-Straße. Immer wieder sind Fahrzeuge, Mülltonnen, aber auch Kinderwagen von Brandstiftern abgefackelt worden. Die Anwohner sind verärgert, denn trotz vieler Maßnahmen der Polizei konnte in den seltensten Fällen ein Täter ermittelt werden und die Brandserie hielt weiter an.

Wir berichteten in der Vergangenheit mehrfach über die Brandstiftungen :
> Brandstiftung in der Maxie Wander Straße
> Brandserien in Hellersdorf halten weiter an
> Erneut Brandstiftung in Hellersdorf
> Wieder brennt ein Auto in Hellersdorf

Videoaufnahmen und Zeugen überführen Täter

Im Januar diesen Jahres gelang es den Ermittlern des 2. Brandkommissariats des LKA endlich, einen Tatverdächtigen zu ermitteln. Demnach soll ein 47-jähriger Hellersdorfer für eine Reihe von Bränden verantwortlich sein. Der Mann wurde aufgrund seiner Vorgeschichte bereits zu Beginn der Serie überprüft, dabei habe es jedoch keine Hinweise auf eine Tatbeteiligung gegeben. Verdächtiges Verhalten anderer und eine Festnahme hätten zunächst zu anderen Ermittlungsrichtungen und Maßnahmen geführt, die jedoch die Serie nicht beendeten. Das wiederum machte die Ermittler stutzig.

Der 47-Jährige ist bereits im Februar 2020 mit einem weiteren Verdächtigen von der Polizei kontrolliert worden. | Video: Kriminalreport

Ende August 2019 konnte eine Anwohnerin der Schneeberger Straße einen Tatverdächtigen während eines Brandes beobachten. Diese Beschreibung und Videoaufzeichnungen eines nahegelegenen Spätkaufs aus den Brandnächten, sowie diverser Vernehmungen führten dann zur Überführung des 47-Jährigen. Er soll dem ermittelnden Kommissariat bereits seit den 90er Jahren bekannt sein und befand sich viele Jahre im Maßregelvollzug, bis er seinerzeit eine günstige Prognose erhielt und für schuldunfähig befunden wurde. Bei der Festnahme im Januar diesen Jahres konnten in seiner Wohnung in Hellersdorf diverse Beweismittel sichergestellt werden. Der Mann erhielt erneut einen Unterbringungsbefehl.

Strafe zur Bewährung ausgesetzt

Vor Gericht sind dem 47-jährigen Hellersdorfer insgesamt sechs Taten zur Last gelegt worden. Am 12. April 2021 fand die Hauptverhandlung statt, in der er wegen vorsätzlicher Brandstiftung in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt, deren Vollstreckung jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurde. „Da er aufgrund einer psychischen Erkrankung als nicht bzw. nur vermindert schuldfähig gilt, wurde seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet und deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt.“, so Lisa Jani, Pressesprecherin der Berliner Strafgerichte, auf Anfrage. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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